Frauen aus dem Nahen Osten definieren Politik und öffentlichen Raum neu


Morgen werden die Iraner zur Wahl gehen, um für den Präsidenten zu stimmen. Obwohl keine Frau läuft, wird das Ergebnis das Ausmaß widerspiegeln, in dem Frauen Politik und öffentlichen Raum im Iran und in der gesamten Region neu definieren.

Foto: Amir Farshad Ebrahimi

Die Zukunft des amtierenden Kandidaten Mahmoud Ahmadinejad steht bei der morgigen Wahl auf dem Spiel. Ahmadinedschad, der oft als hartnäckiger Traditionalist bezeichnet wird, wird vom ehemaligen Premierminister Mir Hossein Mousavi um den höchsten politischen Sitz des Landes gebeten.

Die beiden Kandidaten könnten unterschiedlicher nicht sein, aber das ist nicht das Hauptproblem, das viele iranische Wähler und externe Beobachter auf Trab bringt.

Stattdessen ist es Mousavis Frau, Zahra Rahnavard, eine ehemalige Universitätskanzlerin, die die Aufmerksamkeit des Landes als letzte Stunde des Kampagnenansatzes auf sich gezogen hat.

In einem Artikel im Spiegel erklärte die Journalistin Ulrike Putz Rahnavards Anziehungskraft und Einfluss:

„Seit der Revolution 1979 war kein anderer politischer Ehepartner so stark in der Öffentlichkeit vertreten. Rahnavard ist sogar auf den Wahlplakaten ihres Mannes abgebildet: Sie steht neben ihm und hält seine Hand. In der strengen muslimischen Gesellschaft des Iran ist dies allein geradezu spektakulär. Sie trägt ihren schwarzen Tschador locker und anstelle eines einfachen Schals ist ihr mit einem bunten Blumenmuster bedruckt.

Seit Wochen reist Rahnavard mit und ohne ihren Ehemann durch den Iran, um Unterstützung für den konservativen Reformer zu sammeln. Sie spricht darüber, Frauen vor Familiengerichten mehr Rechte, bessere Bildungschancen und mehr Arbeitsplätze zu verschaffen. Das spricht nicht nur die weibliche Hälfte der geschätzten 46 Millionen Wahlberechtigten an - viele ihrer Väter, Brüder und Ehemänner halten dies auch für den richtigen Weg.

Während Rahnavard sicherlich das sichtbarste Beispiel dafür ist, dass Frauen in der iranischen Politik und im sozialen Leben zunehmend einen Raum für sich selbst definieren und beanspruchen, ist sie nicht die einzige. Im gesamten Iran und in den Nachbarländern sprechen Frauen offen ein größeres Publikum an, sprechen über traditionell tabuisierte Themen und machen ihr Recht geltend, ihre eigenen Rollen in der Gesellschaft zu definieren.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie Frauen ihre Rechte artikulieren und ausüben, finden Sie in diesem Auszug aus der PBS-Weitwinkel-Dokumentation „Dishing Democracy“, in der die beliebten Fernsehmoderatoren Fawzia Salama, Rania Barghout, Muna Abu Sulayman und Farah Besiso über ihre Rechte sprechen Das in Kairo ansässige Programm „Kalam Nawaem“.

Wenn Sie den vollständigen Dokumentarfilm sehen möchten, können Sie hier auf die Videosegmente zugreifen.

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