Vier Sinne und ein Teehaus


Meine erste traditionelle Teehauserfahrung kam einen halben Block vom Touristenpfad entfernt auf einem Kopfsteinpflasterweg in Jeonju, Südkorea. Ich war sofort süchtig und bin mehrmals zurückgekehrt. Auf meiner letzten Reise habe ich beschlossen, meine Augen zu schließen. Ich wollte sehen, was passieren würde.

Der Geruch

Der süße, warme Moschus aus schwelendem Sandelholz. Ein tiefer Atemzug sticht, aber nur leicht. Ich erkenne andere Aromen wie das Schnüffeln eines guten Weins. Es verweilt. Immer. Als ob dies der natürliche Zustand der Luft wäre. Brauner Zucker. Dürre. Marihuana.

Ein feuchter Hauch von durchtränktem Tee atmete in sporadischen Wellen ein. Der Geruch von Ruhe und einem schwer fassbaren Blumenstrauß, der in den Federn verborgen war. Es ist da. Es existiert. Aber nur an meiner Nasenspitze, bevor es in die Atmosphäre verdunstet. Es ist eine Essenz. Es ist ein Mythos.

Der Rückstand der Trockenheit. Die Zusammensetzung der Tees. Früchte. Blumen. Kräuter. Ausgetrocknete Partikel, die - vom Sandelholzrauch und dem Teedampf, dem sauberen Parfüm meines Gastgebers und dem Geruch meiner Socken - zu meiner Nase getragen wurden. Es erinnert mich an zu Hause.

Dieser Geruch, als ich die Speisekammer öffnete.

Der Klang

Musik. Schwach, aber deutlich. Schändlicherweise denke ich an Kung-Fu-Filme. Das tiefe, schwingende Murren eines Gongs, der einen nebligen Nebel lenkt. Der hohe Wind aus einer Bambuspfeife führt sie langsam weg und enthüllt ein verschlafenes, abgelegenes Kloster, das gerade zu den zarten Vibrationen gezupfter Saiten erwacht.

Und dann die Luftbewegung. Windspiele. Wasser kräuselt sich. Körper zittern. Ich könnte überall sein ...

  1. Eine Bibliothek: Gedämpftes Flüstern. Vorsichtige Schritte. Schleichschlürfer.
  2. Ein Wald: Fließendes Wasser. Schwankende Zweige. Summende Insekten.
  3. Eine Küche: Klirrendes Porzellan. Kochende Flüssigkeit. Brenngasherd.

Aber vielleicht am wichtigsten ist, was ich nicht hören kann. Nicht weit von der Hauptstraße gibt es keine hupenden Taxis. Keine Sprache, die nicht meine eigene ist. Keine überwältigenden Menschenmengen. Keine zerknitterten Karten, keine Straßenhändler, keine Kameraklicks. Der Sound hier ist organisch. Geboren aus einem Atemzug, einem Schlag, einer Brise. Da draußen dringt es ein, aber hier drinnen ist es eingeladen - und die Gästeliste ist exklusiv.

Trotz alledem kann ich, wenn ich genau hinhöre,… leise hören.

Die Berührung

Die glatte geschliffene Oberfläche der Ahorn-Tische. Seine Mängel. Inseln der rauen. Divots. Ein Loch im Kofferraum. Die gewundene Kante fühlt sich wie eine Küste an, die in ihren Unvollkommenheiten wunderschön ist.

Die kleine Keramikschale. (Überraschend klein.) Ich bin ein Riese zur Teezeit. Obwohl es immer noch die Macht über mich hat. Ich wärme meine Hände darauf. (Verfluche die langsam abnehmende Hitze. Nichts hält an.)

Mit ausgezogenen Schuhen und geschärften Sinnen kann ich meine Socken tatsächlich fühlen. Fühle die Brise durch sie und zwischen meinen Zehen, die starr auf dem harten Boden ruhen.

Ich nehme einen Schluck. Es ist fast zu heiß ... aber das ist genau richtig. Sonst würde es diesen Wärmestoß nicht geben. Ein Schuss Whisky. Ein elektrischer Schlag. Noch ein Schluck. Noch ein Gefühl.

Meine Nebenhöhlen klären sich.

Der Geschmack

Die Luft hat einen Geschmack. Ähnlich wie der Geschmack von Tannennadeln oder Zimt ist es die wohlschmeckende Verkörperung seines Geruchs. Laubwechselnd. Terrestrisch. Knackig. Ich spüre eine gewisse Adstringenz. Der hohle Geschmack der Trockenheit - nur gelöscht durch das, wofür ich angeblich hierher gekommen bin.

Der Tee.

Es schmeckt seltsam nach gedämpftem Gemüse, wenn auch mit einem verkürzten Geschmack. Als würde man die wachsartige Oberfläche eines Pfeffers lecken, anstatt ihn zu beißen. Oder Kaugummi Momente bevor der Geschmack abläuft. Durch Verdünnung gedämpft und dennoch durch Hitze verstärkt, ist es in einem Moment unerwünscht, aber im nächsten faszinierend in seiner Unerwartetheit.

Ich würde diese Tasse nicht wieder bestellen, aber jetzt ... ist sie perfekt.

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