Ungläubige im Ausland: Wie wir im Ramadan gesprengt wurden


Während Reisende vielleicht am spirituellen Monat Ramadan teilnehmen möchten, ist der Hunger manchmal stärker als der Wille.

Foto: Baxter Jackson

Wir hatten nicht geplant An diesem Tag gegen das Gesetz zu verstoßen, passierte einfach so.

Nicht weit von den staubigen Wüstengrenzen unserer ersatzfarbenen Villa im Morgengrauen begrüßen wir ein orange-weißes Taxi, während die Sonne am ersten Tag des Ramadan aufgeht, dem Monat des Fastens und der spirituellen Erneuerung für Muslime überall.

Der darin festgelegte islamische Verhaltenskodex - kein Essen, Trinken, Rauchen oder Fornizieren von morgens bis abends - ist jetzt in vollem Umfang in Kraft und an öffentlichen Orten auch für uns Ungläubige anwendbar.

Die Idee ist, durch Selbstaufopferung islamische Einheit und Empathie aufzubauen. Die Konsequenzen für die Verletzung des Ramamdan-Codes reichen von Zungenschlag für Muslime bis hin zu Verhaftung für Nicht-Muslime.

In der Aufregung, eine billige Taxifahrt von Ibri nach Al-Ain, einer Stadt auf der anderen Seite der Grenze zwischen Oman und den Emiraten, zu unternehmen, rücken die Gedanken an den Ramadan in die Landschaft, die draußen vorbeizieht: weiße Dörfer, welliger Sand Dünen, eine Herde wilder Kamele, das westliche Hajar-Gebirge in der Ferne.

Der Hunger

Nachdem wir die 150 Kilometer von unserer Wahlheimat Ibri, Oman, nach Al-Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückgelegt haben, können wir nur über Essen sprechen.

Da sich die letzten zwei Wochen auf thermisch missbrauchtes chinesisches Fleisch, keinen Käse (außer Lubneh) und nur zwei Getreidesorten im "Supermarkt" in Ibri beschränkt haben, sind wir besorgt über die Aussicht auf einen "Hypermarkt", der voll gefüllt ist westliche Waren in Al-Ain.

Vielleicht sogar Speck! Gedanken an den Ramadan (und die Folgen seines Brechens) sind so flüchtig wie ein Wüstentrugbild.

Die von Bäumen gesäumten Straßen von Al-Ain sind so leer wie unsere Mägen. Nur eine Handvoll indischer Kaufleute und pakistanischer Tagelöhner tummeln sich im normalerweise geschäftigen Obst- und Gemüsesouq.

Als sie eine Dame in einem Sari fragt, wo wir frühstücken können, bewegt sie den Kopf und zeigt über die Autobahn. Wir murren über die Überführung und finden den Ort, an dem sie herumgeschaukelt hat, nirgends zu sehen. Alle Restaurants sind geschlossen.

Wir verfluchen unser Glück und stoßen auf magische Weise auf ein Lebensmittelgeschäft im westlichen Stil. Alle Produkte, die wir fast vergessen hatten, ohne die wir nicht leben könnten, sind da: Havarti-Käse, Dr. Pepper, frisch gemahlenes Rindfleisch und fünfzehn Arten von Frühstückszerealien!

Mein Kopf schwankt. Ohne nachzudenken, bestelle ich ein Dänisch in der Bäckerei und stopfe es mir vor einer jungen muslimischen Familie in den Mund. Sie schnappen fast nach Luft.

Tatort

Mit Baguettes, geräuchertem Truthahn, Dijon-Senf und Doritos aus der Tür, brauchen wir jetzt nur noch einen Ort, an dem wir diskret essen können. Es ist schließlich Ramadan und wir wollen nicht kulturell unempfindlich sein, geschweige denn im Gefängnis landen.

Baxter Jacksons Videoclip vom Ramadan

Ein Frühstückspicknick in einer abgelegenen Ecke der Palmenoase hinter dem Souq scheint einfach perfekt zu sein. Leider ist es dort heißer als auf dem Asphalt. Wir schmelzen schneller als der Käse. Hungrig, überhitzt und launisch schnappen wir uns ein Taxi und machen es wie die meisten Emiratis, wenn es zu heiß wird - wir gehen zum Einkaufszentrum.

Die Klimaanlage ist atemberaubend. Hinter der Eisbahn und in die halbprivaten Bereiche des Familienbereichs des Food-Courts des Einkaufszentrums verteilen wir unser Picknick und essen wie Barbaren, in der Hoffnung, nicht entdeckt zu werden.

Nur wenige Minuten später nähert sich jedoch ein Wachmann mit Schnurrbart, teilt uns mit, dass wir gegen das islamische Recht verstoßen, und weist uns an, zu gehen oder festgenommen zu werden.

Wir flehen ihn an. Wir haben keinen Ort, an den wir gehen können. „Komm mit mir“, befiehlt er und runzelt die Stirn.

Wir sammeln die „Beweise“ und folgen ihm in ein Hinterzimmer. In unseren Kehlen bilden sich Klumpen. Er setzt uns feierlich hin. Auf dem Schild an der Wand neben einem Abfragetisch steht „Mitarbeiterruhebereich“.

Dann kündigt er mit einem unerwarteten Lächeln an: "Sie können hier essen, kein Problem."

Wir danken ihm sehr und sind dankbar, dass wir an diesem glückverheißenden Tag, dem Beginn des Ramadan, bald Vollbäuche und Freiheit haben werden.

Haben Sie oder planen Sie, dieses Jahr am Ramadan teilzunehmen? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren!


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